Ausbildung für Fahrer Flurförderzeuge

gem. DGUV Vor­schrift 68

Dau­er: 8 – 10 Stun­den

Staplerführerschein (Führerschein für Fahrer Flurförderzeuge) gemäß DGUV-V 68, sowie DGUV-G 308–001.

Um Flur­för­der­zeu­ge bedie­nen zu dür­fen, sind vor­erst gemäß der DGUV-Vor­schrift 68, sowie des DGUV-Grund­satz 308–001 die Bedie­ner­vor­aus­set­zun­gen zu klä­ren und zu erfül­len.

§ 2 Begriffsbestimmungen

(1) Flur­för­der­zeu­ge im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift sind För­der­mit­tel, die ihrer Bau­art nach dadurch gekenn­zeich­net sind, dass sie:

  1. mit Rädern auf Flur lau­fen und frei lenk­bar,
  2. zum Beför­dern, Zie­hen oder Schie­ben von Las­ten ein­ge­rich­tet
    und
  3. zur inner­be­trieb­li­chen Ver­wen­dung bestimmt
    sind.

(2) Flur­för­der­zeu­ge mit Hub­ein­rich­tung im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schriftsind zusätz­lich zu Absatz 1 dadurch gekenn­zeich­net, dass sie:

  1. zum Heben, Sta­peln oder In-Rega­le-Ein­la­gern von Las­ten ein­ge­rich­tet sind
    und
  2. Las­ten selbst auf­neh­men und abset­zen kön­nen.

(3) Flur­för­der­zeu­ge mit Hub­ein­rich­tung, die die Last oder das Last­auf­nah­me­mit­tel höher als boden­frei heben kön­nen, im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift sind zusätz­lich zu Absatz 1 dadurch gekenn­zeich­net, dass das Last­auf­nah­me­mit­tel bei der Hub- und Senk­be­we­gung in einer gera­den und senk­rech­ten oder nahe­zu senk­rech­ten mecha­ni­schen Füh­rung läuft.

(4) Mit­gän­ger-Flur­för­der­zeu­ge im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift sind Flur­för­der­zeu­ge, die durch einen mit­ge­hen­den Fah­rer gesteu­ert wer­den.

(5) Regal­stap­ler im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift sind Sei­ten­stap­ler, Drei­sei­ten­stap­ler und Quer­ga­bel­stap­ler, die zum Ein- oder Aus­la­gern gan­zer Lade­ein­hei­ten ein­ge­rich­tet sind.

(6) Kom­mis­sio­nier­stap­ler im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift sind Flur­för­der­zeu­ge mit einem höher als 1,2 m über Flur heb­ba­ren Stand­platz für den Kom­mis­sio­nie­rer.

(7) Kom­mis­sio­nier­ge­rä­te im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift sind Flur­för­der­zeu­ge ohne Stand­platz oder mit nicht heb­ba­rem Stand­platz oder mit einem bis 1,2 m über Flur heb­ba­ren Stand­platz für den Kom­mis­sio­nie­rer.

(8) Schmal­gän­ge im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift sind Ver­kehrs­we­ge für Flur­för­der­zeu­ge in Regal­an­la­gen ohne beid­sei­ti­gem Sicher­heits­ab­stand von jeweils min­des­tens 0,50 m zwi­schen den am wei­tes­ten aus­la­den­den Tei­len der Flur­för­der­zeu­ge ein­schließ­lich ihrer Last und fes­ten Tei­len der Umge­bung.

(9) Kriech­ge­schwin­dig­keit im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift ist eine Geschwin­dig­keit bis 2,5 km/h.

(10) Boden­frei Heben im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift ist ein Anhe­ben der Last oder des Last­auf­nah­me­mit­tels bis 0,50 m über Flur.

(11) Fah­rer im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift sind Per­so­nen, die Flur­för­der­zeu­ge steu­ern.

(12) Anhän­ger im Sin­ne die­ser Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift sind För­der­mit­tel ohne eige­nen Antrieb, die so ein­ge­rich­tet sind, dass sie bestim­mungs­ge­mäß an Flur­för­der­zeu­ge ange­kop­pelt wer­den kön­nen

§ 7 Auftrag zum Steuern von Flurförderzeugen

(1) Der Unter­neh­mer darf mit dem selbst­stän­di­gen Steu­ern von Flur­för­der­zeu­gen mit Fah­rer­sitz oder Fah­rer­stand Per­so­nen nur beauf­tra­gen, die

  1. min­des­tens 18 Jah­re alt sind,
  2. für die­se Tätig­keit geeig­net und aus­ge­bil­det sind
    und
  3. ihre Befä­hi­gung nach­ge­wie­sen haben.
    Der Auf­trag muss schrift­lich erteilt wer­den

(2) Der Unter­neh­mer darf mit dem Steu­ern von Mit­gän­ger-Flur­för­der­zeu­gen nur Per­so­nen beauf­tra­gen, die geeig­net und in der Hand­ha­bung unter­wie­sen sind.

(3) Ver­si­cher­te dür­fen Flur­för­der­zeu­ge nur steu­ern, wenn sie vom Unter­neh­mer hier­mit beauf­tragt sind.

Fah­rer von Flur­för­der­zeu­gen sind für die­se Tätig­keit aus­ge­bil­det und befä­higt, wenn sie nach dem BG-Grund­satz „Aus­bil­dung und Beauf­tra­gung der Fah­rer von Flur­för­der­zeu­gen mit Fah­rer­sitz und Fah­rer­stand“ (BGG 925) geschult wor­den sind, eine Prü­fung in Theo­rie und Pra­xis bestan­den haben und dar­über einen Nach­weis vor­le­gen kön­nen. Vor Ertei­lung der schrift­li­chen Beauf­tra­gung ist sowohl eine gerä­te­spe­zi­fi­sche Ein­wei­sung, als auch eine Unter­wei­sung in Bezug auf die betrieb­li­chen Gege­ben­hei­ten erfor­der­lich; sie­he auch BG-Grund­satz „Aus­bil­dung und Beauf­tra­gung der Fah­rer von Flur­för­der­zeu­gen mit Fah­rer­sitz und Fah­rer­stand“ (BGG 925). Die Beauf­tra­gung kann z. B. durch einen Fah­rer­aus­weis erfol­gen und gilt immer nur für den Betrieb für den die Beauf­tra­gung erteilt wur­de. Der Fah­rer­aus­weis ist nicht auf ande­re Betrie­be über­trag­bar. Die Beauf­tra­gung soll­te zurück­ge­nom­men wer­den, wenn der Ver­si­cher­te über einen Zeit­raum von einem Jahr kei­ne aus­rei­chen­de und regel­mä­ßi­ge Fahr­pra­xis nach­wei­sen kann. Das Steu­ern von Flur­för­der­zeu­gen durch Jugend­li­che unter 18 Jah­ren zu berufs­bild­be­zo­ge­nen Aus­bil­dungs­zwe­cken unter Auf­sicht gilt nicht als selbst­stän­di­ges Steu­ern. Unter Auf­sicht bedeu­tet, dass sei­tens des Auf­sicht­füh­ren­den die jewei­li­ge Arbeits­auf­ga­be beschrie­ben und vor­ge­ge­ben sowie ört­lich und zeit­lich begrenzt wird. Der Auf­sicht füh­ren­de hat sich regel­mä­ßig von der ord­nungs­ge­mä­ßen Durch­füh­rung des Auf­tra­ges zu ver­ge­wis­sern.
Die kör­per­li­che Eig­nung soll­te durch arbeits­me­di­zi­ni­sche Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen nach dem Berufs­ge­nos­sen­schaft­li­chen Grund­satz für arbeits­me­di­zi­ni­sche Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen G 25 „Fahr-, Steu­er- und Über­wa­chungs­tä­tig­kei­ten“ (BGG 904) fest­ge­stellt wer­den

Gliederung und Umfang der Ausbildung

Ausbildungsstufen

Die Aus­bil­dung glie­dert sich im Wesent­li­chen in die drei Stu­fen

  • Stu­fe 1, all­ge­mei­ne Aus­bil­dung
  • Stu­fe 2, Zusatz­aus­bil­dung
  • Stu­fe 3, betrieb­li­che Aus­bil­dung

Stu­fe 1:
All­ge­mei­ne Aus­bil­dung
theo­re­ti­scher Teil:
Sicher­heits­be­stim­mun­gen (z.B. Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrif­ten, Betriebs­an­lei­tun­gen), Gerä­te­tech­nik (z.B. Stand­si­cher­heit, Antriebs­ar­ten)
prak­ti­scher Teil:
Auf­neh­men, Trans­por­tie­ren, Abset­zen und Sta­peln von Las­ten.
Gebrauch von übli­chen Anbau­ge­rä­ten.

Abschluss­prü­fung in Theo­rie und Pra­xis.

Stu­fe 2:
Zusatz­aus­bil­dung
Aus­bil­dung im Umgang mit spe­zi­el­len Flur­för­der­zeu­gen, z.B. Con­tai­ner­stap­ler, Regal­flur­för­der­zeu­ge, Quer­ga­bel­stap­ler, Tele­skop­stap­ler. Aus­bil­dung in der Hand­ha­bung beson­de­rer Anbau­ge­rä­te.

Abschluss­prü­fung

Stu­fe 3:
Betrieb­li­che Aus­bil­dung
gerä­te­be­zo­ge­ner Teil
betrifft die im Betrieb vor­han­de­nen Flur­för­der­zeu­ge und Anbau­ge­rä­te
ver­hal­tens­be­zo­ge­ner Teil
betrifft die Betriebs­an­wei­sung nach § 5 der Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift „Flur­för­der­zeu­ge“ (BGV D27)

Durch­füh­rung doku­men­tie­ren

Alle Teil­neh­mer der Stu­fe 1 erhal­ten nach bestan­de­ner Prü­fung in Theo­rie und Pra­xis ein Zer­ti­fi­kat durch die Arbeits­si­cher­heit-Nord GmbH. Zusätz­lich kann auch auf Nach­fra­ge ein „Fah­rer­aus­weis für Flur­för­der­fahr­zeu­ge“ aus­ge­stellt wer­den.

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