Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger

Grup­pe II /III gemäß DGUV-R112-190

Dau­er: 8 Stun­den

Ausbildung von Atemschutzgeräteträger und Benutzung von Atemschutzgeräten gemäß DGUV-R112-190

DGUV Regeln stel­len bereichs-, arbeits­ver­fah­rens- oder arbeits­platz­be­zo­gen Inhal­te zusam­men. Sie erläu­tern, mit wel­chen kon­kre­ten Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men die Pflich­ten zur Ver­hü­tung von Arbeits­un­fäl­len, Berufs­krank­hei­ten und arbeits­be­ding­ten Gesund­heits­ge­fah­ren erfüllt wer­den kön­nen.
DGUV Regeln zei­gen zudem dort, wo es kei­ne Arbeits­schutz- oder Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrif­ten gibt, Wege auf, wie Arbeits­un­fäl­le, Berufs­krank­hei­ten und arbeits­be­ding­te Gesund­heits­ge­fah­ren ver­mie­den wer­den kön­nen. Dar­über hin­aus bün­deln sie das Erfah­rungs­wis­sen aus der Prä­ven­ti­ons­ar­beit der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger.

Die DGUV-Regel 112–190 erläu­tert die Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift „Grund­sät­ze der Prä­ven­ti­on“ (BGV/GUV-V A1) hin­sicht­lich der Benut­zung von Atem­schutz.
In die­ser Regel sind die Vor­schrif­ten des Arbeits­schutz­ge­set­zes und der PSA-Benut­zungs­ver­ord­nung berück­sich­tigt.

In der DGUV-Regel 112–190 wer­den die Atem­schutz­ge­rä­te­ty­pen und ihre Ein­tei­lung, Kenn­zeich­nung, Aus­wahl, ihr Ein­satz und ihre Instand­hal­tung behan­delt. Sie ent­hält Fest­le­gun­gen über die Anfor­de­run­gen für Gerätträ­ger und Gerä­te­war­te und an deren Aus- und Fort­bil­dung sowie Unter­wei­sung.
Die­se Regel fin­det kei­ne Anwen­dung auf den Ein­satz von Atem­schutz­ge­rä­ten öffent­li­cher Feu­er­weh­ren und in Betrie­ben im Gel­tungs­be­reich des Bun­des­berg­ge­set­zes, soweit dort eige­ne Vor­schrif­ten bestehen. Werk­feu­er­weh­ren im Feu­er­wehr­ein­satz sind den öffent­li­chen Feu­er­weh­ren gleich­ge­stellt. Die­se Regel fin­det auch kei­ne Anwen­dung auf Tauch­ge­rä­te und Höhen­at­mer.

Bezo­gen auf den Atem­schutz hat der Unter­neh­mer zu ermit­teln, ob Gefähr­dun­gen durch die Umge­bungs­at­mo­sphä­re vor­lie­gen. Er hat für alle Arbeits­vor­gän­ge fest­zu­stel­len, ob Sauer­stoff­man­gel, Schad­stof­fe oder bei­des die Atem­luft beein­flus­sen.

Gefähr­dun­gen des mensch­li­chen Orga­nis­mus, die über die Atem­we­ge wirk­sam wer­den, kön­nen durch Sauer­stoff­man­gel oder durch Schad­stof­fe der Umge­bungs­at­mo­sphä­re her­vor­ge­ru­fen wer­den. Sauer­stoff­man­gel in der Ein­atem­luft führt zu einem Sauer­stoff­man­gel in den Zel­len des mensch­li­chen Kör­pers und blo­ckiert wich­ti­ge Lebens­funk­tio­nen. Er wird durch die mensch­li­chen Sin­ne nicht wahr­ge­nom­men.

Sauer­stoff­man­gel kann zu Bewusst­lo­sig­keit füh­ren, irrever­si­ble Schä­di­gung von Gehirn­zel­len und sogar den Tod bewir­ken. Der Umfang der Schä­di­gung ist abhän­gig von der rest­li­chen Sauer­stoff­kon­zen­tra­ti­on in der Ein­atem­luft, der Ein­wirk­dau­er, dem Atem­mi­nu­ten­vo­lu­men und der kör­per­li­chen Ver­fas­sung.

Die Auf­nah­me von Schad­stof­fen in den Kör­per kann je nach spe­zi­fi­scher (phy­si­ka­li­scher, che­mi­scher oder kom­bi­nier­ter) Wir­kungs­wei­se des Stof­fes zu Lun­gen­er­kran­kun­gen, aku­ten oder chro­ni­schen Ver­gif­tun­gen, Strah­len­schä­den, durch Bak­te­ri­en oder Viren über­trag­ba­re Krank­hei­ten sowie zu sons­ti­gen Schä­den, z.B. Sen­si­bi­li­sie­rung, All­er­gi­en oder Krebs­er­kran­kun­gen, füh­ren.
Im All­ge­mei­nen ist der Umfang die­ser Schä­di­gung abhän­gig von der Kon­zen­tra­ti­on und der Ein­wirk­dau­er des Schad­stof­fes, der Wir­kungs­wei­se im Kör­per, der Schwe­re der aus­zu­füh­ren­den Arbeit sowie von der kör­per­li­chen Ver­fas­sung.

Man­che Schad­stof­fe kön­nen durch die Haut auf­ge­nom­men wer­den oder die Haut schä­di­gen. Kom­men sol­che Stof­fe in der Umge­bungs­at­mo­sphä­re vor, soll­te der gan­ze Kör­per geschützt wer­den. Bei­spiels­wei­se erfor­dern radio­ak­ti­ve oder ätzen­de Stof­fe in der Umge­bungs­at­mo­sphä­re außer Atem­schutz zusätz­lich die Benut­zung wei­te­rer PSA.

Einteilung der Atemschutzgeräte

Ein­tei­lung und Benen­nung von Atem­schutz­ge­rä­ten, bestehend aus Atem­an­schluss und Funk­ti­ons­teil, sind in DIN EN 133 und DIN EN 134 fest­ge­legt. Sie umfas­sen Atem­schutz­ge­rä­te für Arbeit, Ret­tung und Selbst­ret­tung (Flucht­ge­rä­te).
Nach ihrer Wir­kungs­wei­se wird zwi­schen Fil­ter­ge­rä­ten (abhän­gig von der Umge­bungs­at­mo­sphä­re wir­kend) und Iso­lier­ge­rä­ten (unab­hän­gig von der Umge­bungs­at­mo­sphä­re wir­kend) unter­schie­den.

Nach der Bewer­tung hat der Unter­neh­mer nach §29 Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift „Grund­sät­ze der Prä­ven­ti­on“ (BGV/GUV-V A1) das für die ermit­tel­ten Gefah­ren geeig­ne­te Atem­schutz­ge­rät unter Betei­li­gung der Ver­si­cher­ten und deren Ver­tre­ter aus­zu­wäh­len und kos­ten­los zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Für die Aus­wahl des Atem­schutz­ge­rä­tes sind neben der Eig­nung des Trä­gers fol­gen­de Ein­satz­be­din­gun­gen von ent­schei­den­der Bedeu­tung:

  • Umge­bungs­at­mo­sphä­re, z.B. Sauer­stoff­ge­halt, Art und Kon­zen­tra­ti­on der Schad­stof­fe, Tem­pe­ra­tur, Brand- und Explo­si­ons­ge­fahr,
  • Ört­lich­keit, z.B. Art des Rau­mes, Bewe­gungs­frei­heit,
  • Ver­wen­dungs­zweck, z.B. Arbeits­dau­er, Rück­zugs­zeit, Schwe­re der Arbeit, Ret­tung, Flucht.

Das Benut­zen von Atem­schutz­ge­rä­ten ist immer mit einer zusätz­li­chen Belas­tung ver­bun­den. Grund­sätz­lich gilt:
SOVIEL SCHUTZ WIE NÖTIG, SOWENIG BELASTUNG WIE MÖGLICH!

Die hohe Schutz­wir­kung der auf­ge­führ­ten Gerä­te­ty­pen ist nur durch sorg­fäl­ti­ge Beach­tung aller für den Ein­satz wich­ti­gen Bedin­gun­gen zu errei­chen, z.B.:

  • Arbeits­me­di­zi­ni­sche Vor­sor­ge­un­ter­su­chung,
  • Ein­ma­li­ge Aus­bil­dung, regel­mä­ßi­ge Unter­wei­sun­gen und prak­ti­sche Übun­gen,
  • Anpas­sen des Gerä­tes, wobei ins­be­son­de­re auf ein­wand­frei­en Dicht­sitz zu ach­ten ist,
  • Zusam­men­wir­ken mit ande­ren per­sön­li­chen Schutz­aus­rüs­tun­gen,
  • Siche­rung von Gerätträ­gern.

Par­ti­kel­fil­ter schüt­zen nur gegen fes­te oder flüs­si­ge Aero­so­le; Gas­fil­ter hin­ge­gen nur gegen Gase und nicht gegen fes­te oder flüs­si­ge Aero­so­le.

Ver­ur­sa­chen Schad­stof­fe in der Umge­bungs­at­mo­sphä­re auch Rei­zun­gen oder Schä­di­gun­gen der Augen, ist Augen­schutz erfor­der­lich. Zweck­mä­ßi­ger­wei­se soll­te ein Atem­an­schluss aus­ge­wählt wer­den, der gleich­zei­tig die Augen schützt, zum Bei­spiel eine Voll­mas­ke oder eine Atem­schutz­hau­be

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung

Die meis­ten Atem­schutz­ge­rä­te machen die arbeits­me­di­zi­ni­sche Vor­sor­ge­un­ter­su­chung ihres Trä­gers gemäß „Ver­ord­nung zur arbeits­me­di­zi­ni­schen Vor­sor­ge“ (Arb­MedVV) und Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrift „Grund­sät­ze der Prä­ven­ti­on“ (BGV/GUV-V A1) erfor­der­lich.
Die Benut­zung von Atem­schutz­ge­rä­ten bedeu­tet im All­ge­mei­nen eine zusätz­li­che Belas­tung für den Trä­ger, so dass sei­ne Eig­nung durch einen Arbeits­me­di­zi­ner oder einen Arzt mit der Zusatz­be­zeich­nung „Betriebs­me­di­zin“ bestä­tigt wird. Bei der erfor­der­li­chen Erst­un­ter­su­chung und fol­gen­den Nach­un­ter­su­chun­gen wird zur Beur­tei­lung der Berufs­ge­nos­sen­schaft­li­che Grund­satz G 26 „Atem­schutz­ge­rä­te“ her­an­ge­zo­gen.

Bei der Vor­sor­ge­un­ter­su­chung hat der Arzt die Arbeits­platz­ver­hält­nis­se, wie Arbeits­schwe­re, Kli­ma, und Tra­ge­dau­er des zu ver­wen­den­den Atem­schutz­ge­rä­tes zu berück­sich­ti­gen.

Die hier­für erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen sind dem Arzt vor Beginn der Vor­sor­ge­un­ter­su­chung zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Theoretische Ausbildung/Unterweisung

Der Unter­neh­mer hat dafür zu sor­gen, dass die Trä­ger von Fil­ter­ge­rä­ten eine theo­re­ti­sche Ausbildung/Unterweisung erhal­ten, die soweit zutref­fend fol­gen­de The­men umfasst:

  • Zweck des Atem­schut­zes,
  • Regel­wer­ke für Atem­schutz, Infor­ma­ti­ons­bro­schü­re (Gebrauchs­an­lei­tung) des Her­stel­lers,
  • Zusam­men­set­zung und Ein­wir­kung der in Betracht kom­men­den Schad­stof­fe,
  • Fol­gen von Sauer­stoff­man­gel auf den mensch­li­chen Orga­nis­mus,
  • Atmung des Men­schen, phy­sio­lo­gi­sche Gesichts­punk­te,
  • Belas­tung durch Atem­schutz­ge­rä­te,
  • Auf­bau und Wir­kungs­wei­se der vor­ge­se­he­nen Fil­ter­ge­rä­te,
  • Gren­zen der Schutz­wir­kung, Benut­zungs­dau­er, Aus­tausch ver­brauch­ter Fil­ter,
  • Anle­gen der Fil­ter­ge­rä­te, Ver­hal­ten wäh­rend des prak­ti­schen Gebrauchs,
  • Wahr­neh­men des Fil­ter­durch­bruchs (Beein­träch­ti­gung bei Stö­rung des Geruchs- und Geschmacks­sin­nes),
  • Instand­hal­tung, z.B. Kon­trol­le, Prü­fung, War­tung, Repa­ra­tur, Rei­ni­gung,
  • Ent­sor­gung

Der Unter­neh­mer hat dafür zu sor­gen, dass die Trä­ger von Iso­lier­ge­rä­ten eine theo­re­ti­sche Ausbildung/Unterweisung erhal­ten, die soweit zutref­fend fol­gen­de The­men umfasst:

  • Zweck des Atem­schut­zes,
  • Regel­wer­ke für den Atem­schutz, Infor­ma­ti­ons­bro­schü­re (Gebrauchs­an­lei­tung) des Her­stel­lers,
  • Auf­bau und Orga­ni­sa­ti­on des betrieb­li­chen Atem­schutz­we­sens, betrieb­li­cher Alarm­plan,
  • Zusam­men­set­zung, Ein­wir­kung und Fol­gen der in Betracht kom­men­den Schad­stof­fe,
  • Fol­gen von Sauer­stoff­man­gel auf den mensch­li­chen Orga­nis­mus,
  • Atmung des Men­schen,
  • phy­sio­lo­gi­sche Gesichts­punk­te, Belas­tung durch Atem­schutz­ge­rä­te, ins­be­son­de­re bei Kom­bi­na­ti­on mit Schutz­an­zü­gen,
  • Ein­tei­lung, Auf­bau, Wir­kungs­wei­se und Prü­fung der Atem­schutz­ge­rä­te,
  • Gren­zen der Schutz­wir­kung und Benut­zungs­dau­er (Tra­ge­zeit­be­gren­zung),
  • Anle­gen der Atem­schutz­ge­rä­te und Schutz­an­zü­ge,
  • Ver­hal­ten unter Atem­schutz bei Übung, Ein­satz und Flucht,
  • Maß­nah­men zur Siche­rung von Gerätträ­gern,
  • Instand­hal­tung (z.B. Kon­trol­le, Prü­fung, War­tung, Repa­ra­tur, Rei­ni­gung),
  • Ent­sor­gung

Praktische Übungen

Der Unter­neh­mer hat dafür zu sor­gen, dass nach Abschluss der theo­re­ti­schen Ausbildung/Unterweisung zur Gewöh­nung Arbei­ten mit ange­leg­tem Atem­schutz­ge­rät durch­ge­führt und der Gebrauch der Mess- und Hilfs­ge­rä­te, soweit erfor­der­lich, geübt wer­den.
Hier­bei sind auch das Anle­gen des Gerä­tes und die Kon­trol­le des Dicht­sit­zes des Atem­an­schlus­ses und der Ein­satz­be­reit­schaft des Gerä­tes zu üben. Falls kei­ne Atem­schutz­übungs­an­la­ge zur Ver­fü­gung steht, sind Tra­ge­übun­gen unter Berück­sich­ti­gung der zu erwar­ten­den Ein­satz­be­din­gun­gen durch­zu­füh­ren.

Im Rah­men der Ausbildung/Unterweisung sind typi­sche Tra­ge­übun­gen mit dem vor­ge­se­he­nen Iso­lier­ge­rät durch­zu­füh­ren.

Wer­den zusätz­lich zu Press­luft­at­mern ande­re per­sön­li­che Schutz­aus­rüs­tun­gen, z.B. Schutz­an­zü­ge, ver­wen­det, müs­sen die Übun­gen unter Ein­be­zie­hung die­ser per­sön­li­chen Schutz­aus­rüs­tun­gen durch­ge­führt wer­den.

Auf die Wie­der­ho­lung der prak­ti­schen Übung kann ver­zich­tet wer­den, wenn die Gerä­te min­des­tens monat­lich benutzt wer­den.

Alle Teil­neh­men­de der Atem­schutz­aus­bil­dun­g/-unter­wei­sung erhal­ten ein Zer­ti­fi­kat durch die Arbeits­si­cher­heit-Nord GmbH. Zusätz­lich kann auch der ggf. not­wen­di­ge Ein­trag in den Sicher­heits­pass erfol­gen. Hier­zu ist der Sicher­heits­pass der Teil­neh­men­den Per­son dem Dozen­ten vor­zu­le­gen.

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